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Was verstehen wir unter christlicher Jugendarbeit?

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Die Kinder und Jugendlichen sollen erfahren, was es bedeutet, Christ oder Christin zu sein, wo die Grundzüge unseres Glaubens verankert sind, was unter dem Bekenntnis zum Dreieinigen Gott zu verstehen ist und wie es möglich sein könnte, 2000 Jahre nach Christus so zu leben wie Jesus es predigte.
Dies alles muss wichtiger Bestandteil der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sein, hier sollte das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen den Gruppen, Freizeiten und Aktionen des CVJM Sulzgries und den vielen Angeboten anderer Vereine und Institutionen im Einzugsgebiet unserer potentiellen Teilnehmer liegen.

Wie sollte nun diese Jugendarbeit aussehen?

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Wir möchten den Kindern und Jugendlichen aktiv theologische Inhalte vermitteln, um „jungen Menschen zum persönlichen Glauben an Jesus Christus [...] zu helfen“, wie es auch in der Vereinssatzung des CVJM Sulzgries e.V. festgeschrieben steht. Das bedeutet, dass wir in Gruppenstunden und auf Freizeiten biblische Geschichten hören und uns über diese Gedanken machen wollen. Alternativ können das auch Überlegungen zu alltäglichen Problemen oder Lebensfragen sein, die sich den Kindern und Jugendlichen stellen. Im Rahmen dessen soll es Impulse, Gebete und Lieder geben, welche aber keiner strengen Regelmäßigkeit unterworfen sein müssen.

Allerdings müssen wir darauf achten, auf welche Art und Weise wir den Kindern und Jugendlichen die angesprochenen Inhalte zu vermitteln suchen. Wird dieser Bestandteil unserer Angebote von den Teilnehmern nämlich als zu intensiv oder zu aufdringlich erlebt, kann sich dies leicht auch destruktiv auf die Erfüllung unserer Aufgaben auswirken. Wenn die Teilnehmer unsere Angebote eher als erweiterten Religionsunterricht auffassen, ist es gut möglich, dass die Gruppen, Kreise und Freizeiten bei den Schülern auf Ablehnung stoßen und sich unsere Arbeit somit kontraproduktiv auf die oben beschriebenen Ziele auswirkt. Gerade die Zielgruppe der möglichen Teilnehmer, die eher als glaubensfern einzuschätzen sind, sollten langsam an die theologischen Themen und Inhalte herangeführt werden.

Klar ist, dass wir uns hier auf einem schwierigen Mittelweg bewegen müssen, sodass weder das „C“ des CVJM vernachlässigt wird noch die Impulse überfrachtet erscheinen.

Vielmehr sollte neben konkreten theologischen Inhalten ein weiterer Aspekt ins Gewicht fallen: das „gelebte Christentum“, welches unseres Erachtens nach wesentlicher Bestandteil einer guten christlichen Jugendarbeit ist. Darunter verstehen wir, dass die Mitarbeiter den Kindern und Jugendlichen so genannte „christliche Werte“ vorleben und vermitteln. Im Idealfall nehmen die Teilnehmer den Unterschied wahr zwischen dem Miteinander, das in der heutigen Gesellschaft weit verbreitet ist („Ellbogenmentalität“) und jenem, das in unseren Gruppen besteht. Die Mitarbeiter sollten also versuchen, ihre – ohne Frage existente – Vorbildfunktion den Kindern gegenüber wahrzunehmen und ihnen damit auch auf indirektem Wege biblische Inhalte (Nächstenliebe, Respekt, Eingliederung von Außenseitern, Förderung von Gaben und Fähigkeiten) näher zu bringen.

Wo sehen wir unsere geistliche Heimat?

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Welcher Stil passt zu unserer Auffassung von christlicher Jugendarbeit und zu unseren Zielen?

Unsere christliche Jugendarbeit sehen wir im Kontext mit der Lehre der evangelisch-lutherischen Kirche. Gleichwohl sind wir offen für Ökumene und interreligiösen Dialog. Unsere Angebote stehen daher Kindern und Jugendlichen aller Religionen und Konfessionen offen, wenn sie Lust und Interesse an unserer Arbeit haben.

Grundsätzlich schwierig ist es natürlich, verschiedene Frömmigkeitsstile, die der Arbeit weitgehend zugrunde liegen könnten, vergleichend gegenüberzustellen, da es hier kein Richtig oder Falsch geben kann. Dennoch liegt dem CVJM Sulzgries e.V. wohl eine bestimmte „Richtung“ zugrunde. Wir sind offen für die Moderne, wollen aber bei unserer Arbeit hier in Sulzgries auch an bewährten Traditionen festhalten und diese pflegen.

Ohne verschiedene Frömmigkeitsstile zu werten, lehnen wir gewisse Arten der Glaubensausübung, die gemeinhin als evangelikal-charismatisch bezeichnet werden (wie Handauflegen, lautes, öffentliches Beten, esoterische Elemente), für unsere eigene Arbeit ab.

Grundsatz unserer Arbeit ist es, zu versuchen, den Interessen der Kinder und Jugendlichen individuell gerecht zu werden. Dabei wollen wir darauf Rücksicht nehmen, dass alle Menschen unterschiedlich stark in ihrem Glauben gefestigt sind. Die konfessionelle Bindung ist ebenfalls nicht von Bedeutung.

Wir möchten einen Weg zum Glauben ohne Zwang oder Leistungsdruck vermitteln. Gleichzeitig sind wir sowohl den Kindern und Jugendlichen als auch unseren Mitarbeitern gegenüber offen und ehrlich und beachten auch ihre Wünsche und Ansprüche außerhalb der Angebote des Vereins.

Dieses Leitbild trat mit Beschluss des CVJM-Ausschusses vom 19.11.2008 in Kraft.